Musik und Poesie - ein Ohrenschmaus
Balance,  Lieblingsleben

Ein Ohrenschmaus

Musik und Poesie

Wann hast Du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Da fällt mir spontan der 09. September ein. Mein Schatz und ich waren in Köln. Dort sind wir mindestens zwei Mal im Jahr. Unsere Kennenlernstadt – und deshalb mit so vielen schönen Erinnerungen verbunden. Bisher haben wir uns immer recht große Veranstaltungen wie „Gedanken tanken“ oder die „Einslive Comedy Nacht XXL“ herausgesucht und sind danach noch in einen Club gehüpft, um die ganze Nacht durchzutanzen. In diesem Jahr ist wegen #fuckcorona alles anders. Also haben auch wir mal etwas ganz anderes gemacht.

Wir haben im klitzekleinen Theater Senftöpfchen eine Veranstaltung mit dem Namen „Musik und Poesie“ besucht. Halt Stop! Ich weiß… das klingt jetzt so, als wäre ich im August nicht 40, sondern eher 50 geworden 😉 Und wenn schon… Da meine Lieblingsthemen, also Kommunikation/ Sprache und Musik vereint waren, konnte es nur gut werden.

Bolly auf dem Sofa des Senftöpfchen Theater
Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?
Kölner Himmel
„Ich lass Konfetti für Dich regnen, ich schütt‘ Dich damit zu!“

Und es war einfach ein sooo wundervoller, entschleunigender und vor allem außergewöhnlicher Abend. Auf der kleinen Bühne standen René Borbonus und C.B. Green. Ich bin ein großer Fan von René Borbonus und deshalb auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Ich habe ihn zum ersten Mal bei einer „Gedanken tanken“ – Veranstaltung gesehen und vor allem gehört und er ist einfach nur genial. Ein ganz besonderer Rhetoriktrainer, Autor, und Kommunikationsexperte. Und ich glaube, ihm ist gar nicht bewusst, dass er mit seinem herrlich trockenen Humor auch jede Comedy-Veranstaltung rocken würde.

 

C.B. Green hat an diesem Abend mit einer Gitarre, seinen selbst komponierten Liedern und einer unverwechselbaren Stimme die Lyrik-Parts von René ergänzt, verstärkt, untermalt und damit das Publikum verzaubert. Alles war harmonisch aufeinander abgestimmt und im Einklang. Und ganz im Ernst? Hätte man uns Schülern damals im Deutsch-Leistungskurs auf diese überzeugende Art und Weise versucht, Lyrik näher zu bringen, wäre sicherlich pausenlos applaudiert und gelacht worden und im Unterrichtsraum wäre Leben und Leidenschaft gewesen, statt leere Blicke über gelben Reclam-Heftchen.

Musik und Poesie
René Borbonus & C. B. Green verzaubern mit „Musik und Poesie“ das Publikum!

Die Themen des Abends waren anders. Und ich liebe anders. Schmunzel-Anekdötchen zur Eltern-Kind-Kommunikation, wahre Worte darüber, wie wichtig es in einer Partnerschaft ist, man selbst zu bleiben und eigene Interessen nicht zu vernachlässigen, aber auch unbequeme Themen wie Nervosität, Stress als auch der Tod. Ernst und unglaublich humorvoll zugleich, gegen den Strom schwimmend, aber vor allem voller Klartext und Respekt.

Zum Thema Alltagsentschleunigung und Digitalisierung haben mir folgende Worte besonders gefallen:

Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, um Informationen zu verarbeiten? Möglicherweise ist es schon eine ganze Weile her. Viele Menschen sind kognitiv müde. Das ist auch kein Wunder, denn wir leben in einer Zeit, in der wir täglich so viele Informationen aufnehmen wie unsere Großeltern damals in einer ganzen Woche. Dafür bewegen wir uns körperlich in einer Woche so viel wie unsere Großeltern an einem einzigen Tag. Und genau dadurch fehlt vielen von uns die Balance. Es wird also allerhöchste Zeit, zu entschleunigen.

René Borbonus

Auch das Schlusswort hat mich sehr berührt. Denn natürlich ging es auch um das Thema Corona. Die Künstler haben ihre große Freude und Dankbarkeit ausgedrückt, endlich wieder auf der Bühne, vor echtem Publikum stehen zu dürfen. Wenn auch in einem sehr kleinen, gemütlichen Rahmen mit „Sicherheitsabstand“.

Wichtig war den beiden zu sagen, dass wir in diesen Zeiten fest zusammenhalten müssen, statt uns anzufeinden. Denn es gibt unterschiedliche Lebensweisen in Zeiten einer Pandemie:

Die einen sehnen sich nach Freiheit und sind bereit, dafür ein Stück Sicherheit aufzugeben.
Die anderen sehnen sich nach Sicherheit und sind bereit, dafür ein Stück Freiheit aufzugeben.

René Borbonus

Wenn wir uns gegenseitig mehr respektieren und die neuen Lebensweisen akzeptieren, gewinnt doch jeder ein großes Stück Freiheit hinzu.

Senftöpfchen Theater
Bolly vorm Theater Senftöpfchen

Rheinblick Köln
Bolly auf der richtigen Rheinseite 😉

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