Dankbarkeit
Dankbarkeit,  Gedanken

Dankbarkeitsübung II

Teil II: Dankbarkeit: das große Glück der kleinen Dinge

Sätze, die ich mir abgewöhnt habe: „Ich hatte heute einen furchtbaren Tag!“ Viel zu oft, rutschten uns nämlich Aussagen wie diese heraus. Von Kleinigkeiten lassen wir uns ruckzuck die Laune verderben. Mit der Mutter am Telefon gezankt, im Stau gestanden, Kaffee über die Bluse gekippt, Kopfschmerzen (weil kein Kaffee mehr da 😉), Kind in der Trotzphase, Brot im Supermarkt vergessen (weil Kind in der Trotzphase 😉) Umzug bei 38 Grad, im Regen den Schirm vergessen… hörst Du das? Mimimimimiiii… All das nennen wir furchtbar, obwohl eigentlich gar nichts Furchtbares geschehen ist. Die kleinen Glücksmomente dazwischen, denen wir Dankbarkeit entgegenbringen können, werden übersehen.

Klar gibt es im Alltag Dinge, die echt nerven können. Gerade, wenn sie geballt auftreten und man dazu neigt, sich wie ein Pechvogel zu fühlen. Mir ist immer wichtig, dass man sich selbst nicht veräppelt. Natürlich gibt es Tage an denen es einfach mal nicht rund läuft. Motzig sein oder seine Wut mal rauslassen ist superwichtig. Aber nie zu lange in dieser Gefühlswelt verweilen bzw. Deinen Mitmenschen nur noch Dein „Leid“ klagen. Mit Dankbarkeit und zugehörigen kleinen Dankbarkeitsübungen, lassen sich solch kleine Krisen schnell bewältigen.

Thankful
Einfach mal dankbar sein… für die kleinen Dinge des Lebens. Das bedeutet Lebensglück!

Dankbarkeit als kleines Abend-Ritual

Ich verrate Euch ein kleines kitschig-romantisches Abendritual meines Mannes und mir: Kurz vor dem Einschlafen fragen wir uns gegenseitig: „Was waren die drei schönsten Dinge, die Du heute erlebt hast?“ Das zauberhafte daran ist, dass wenn Dein Tag super gelaufen ist, Du Dich kaum auf drei Dinge beschränken kannst. Wenn Dein Tag aber angeblich so furchtbar war, findest Du tatsächlich immer winzig-kleine Glücksmomente, die Dich bereichert haben.

Frag auch mal Dein Kind beim Gute-Nacht-Sagen: „Was war das Schönste, was Du heute erlebt hast?“ Das ist absolut magisch. Und vor allem wahnsinnig lustig und niedlich. Denn oft sagen die Mäuse etwas, was Du ganz und gar nicht erwartet hast. Hier sind es nämlich auch häufig die ganz kleinen Dinge und Augenblicke, die zählen und z. B. oft gar nicht der Event-Charakter, den Du versucht hast, an einem besonderen Tag für Dein Kind zu schaffen. Und übrigens: Damit hast auch Du schon einen DEINER schönsten Momente des Tages geschaffen 😉

Wenn Du dieses Ritual ausprobieren möchtest, sei dabei ganz offen. Es gibt kein richtig oder falsch. Du kannst Dir die Dinge selbst im Kopf vorsagen oder es eben zu zwei im Dialog durchführen. Wenn man diese Dankbarkeitsübung als Ritual in seinen Alltag integriert, kann man sogar einer sehr traurigen Situation manchmal etwas Positives abgewinnen und für Augenblicke oder Tatsachen dankbar sein. Ein positiver Nebeneffekt: Das Einschlafen fällt viel leichter und man geht mit guten Gedanken und voller Dankbarkeit in seine Traumwelt.

Traumfänger Dreamcatcher
Dankbarkeit am Abend wirkt wie ein Traumfänger am Fenster: die schlechten Träume bleiben im Netz hängen, die Guten kannst Du genießen!

Mit Dankbarkeit glücklich und zufrieden in den Tag starten

Wenn Du morgens erwachst kannst Du natürlich noch eine Schippe drauflegen: Vielleicht helfen Dir bei morgendlicher Muffellaune oder Demotivation Gedanken darüber, wie gut es um Deine Gesundheit bestellt ist, dass Du in einem warmen Bett aufgewacht bist oder, dass Du von ganzem Herzen geliebt wirst. Selbstverständlichkeiten, die wir oft gar nicht ausreichend wertschätzen.

Denn jemand, der eine schlimme Krankheitsdiagnose erfährt, jemand, der kein Zuhause hat oder jemand, der einsam ist – all jene sehnen sich nach einem „furchtbaren“ Tag, wie wir ihn oft erleben: Mit Kopfschmerzen, die mit einer Tablette reduzierbar sind, mit einer kleinen Zankerei, die morgen fast vergessen scheint, mit einem eigenen Auto, mit dem man im Stau stehen kann, mit einer auslaufenden Waschmaschine im Keller und mit einem heftigen Regenschauer, in dem man pitschnass wird.

Dann fangen wir an, uns nach diesen Dingen zu sehnen: Nach einer Wurzelbehandlung, einer Steuerprüfung, nach Kaffeeflecken auf unserer Kleidung. Wenn die wirklich schlimmen Sachen passieren, bitten wir einen Gott, an den wir nicht glauben, uns die kleinen Übel zu schicken und uns vor den Großen zu verschonen. Das kommt einem jetzt fast idyllisch vor, oder? Die Überschwemmung in der Küche, der Heuschnupfen, der Streit, der uns vor Wut beben lässt. Wäre es anders gewesen, wenn wir gewusst hätten was da auf uns zukommt? Hätten wir erkannt, dass dies die besten Augenblicke unseres Lebens waren?

Meredith Grey, Greys Anatomy

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Beitragsbilder: Unsplash

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